FWF-Projekt

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Die „Rainer Family“ Tiroler Nationalsänger in den USA

Eintrittskarte: Tiroler Landesmuseen: Tiroler Volskunstmuseum

HÖRBEISPIEL
Nationalsänger Egger-Rieser: "Dort wo die Alpenrosen blühen" Schellackaufnahme von 1902

Grafik: Troy Daily News 1842

Die Rainer Family - Tiroler Nationalsänger in den USA
Das FWF-Forschungsprojekt mit dem Titel Die "Rainer Family" - Tiroler Nationalsänger in den USA behandelt ein bisher unerforschtes Kapitel in der österreichischen Musikgeschichte: die Nationalsängergesellschaften. Der internationale Erfolg dieser singenden Familienverbände im 19. Jahrhundert wird in der Volksliedforschung nahezu bis heute als qualitativ fragwürdige Modewelle und "minderwertige Folklore" negiert. Die Nationalsänger waren aber nicht nur maßgeblich an der Verbreitung des weltberühmten Weihnachtsliedes "Stille Nacht" beteiligt, ihre Erfindung des "volkstümlichen Schlagers" wirkt bis heute nach. In der neueren amerikanischen Forschung über die Entwicklung der dortigen Popularmusik widmet man sich schon länger den "Tyrolese Minstrels", insbesondere den berühmtesten, denGeschwistern Rainer aus Fügen im Zillertal. Sie feierten enorme Erfolge in den USA und wurden zum Vorbild für amerikanische "Singing Families". Amerikanische Musikethnologen und Musikhistoriker wie Gage Averill, Scott Gac, William J. Mahar, u. a. (Averill 2003, Gac 2007, Mahar 1999) gehen teilweise so weit, den Erfolg des "Ethnopop" (Widmaier 2006: 65) der Nationalsänger Rainer als richtungsweisend für die Entwicklung der frühen amerikanischen Popularmusik anzusehen.

Grafik: The Huntingdon, Bedford and Peterborough Gazette, and Independent Press, 10.11.1827 über British Newspaper Archive.

Darüber hinaus ist das Nationalsänger- Phänomen generell durch die Verfilmung von "The Sound of music" schon lange im kollektiven amerikanischen Gedächtnis verankert. Das vorliegende Projekt soll den Grundstein dafür legen, das auch aus internationaler Sicht wissenschaftlich bedeutende und bisher unerforschte alpenländisches Phänomen der Nationalsänger (1.) für nationale Forscher neu zu bewerten und zu weiteren Studien anzuregen und (2.) für internationale Forscher zugänglich zu machen. Dabei stützt es sich methodisch auf das neue Editionskonzept des Historisch-kritischen Liederlexikons und legt Wert auf die internationale Verwertbarkeit der Forschungsergebnisse. Als Ausgangspunkt des Projekts dient die Monographie Die Zillertaler Nationalsänger im 19. Jahrhundert von Martin Reiter (Reiter 1989), die einzige umfangreiche Veröffentlichung zum Nationalsängerphänomen, die durch das Projekt musikwissenschaftlich aufgearbeitet werden soll. Im Anschluss an die Darstellung des Nationalsänger-Phänomens in seiner Gesamtheit, soll am Beispiel der Geschwister Rainer eine konkrete internationale Erfolgsgeschichte von "Nationalsängern" nachvollzogen werden. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei (1.) auf die Repertoireveränderung der Rainers in den USA und (2.) auf die Vorbildwirkung der Rainers auf amerikanische Popularensembles und -stile gelegt werden. Gemeinsam mit einer wissenschaftlichen Publikation wird die Forschung auch durch eine CD-Produktion der Öffentlichkeit nähergebracht. Das vorliegende Projekt will dadurch Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft herstellen und somit auch einen Beitrag zur kulturellen Entwicklung leisten.

Bild: University of Iowa, Digital Library

Darüber hinaus ist das Nationalsängerphänomen generell durch die Verfilmung von "The Sound of music" schon lange im kollektiven amerikanischen Gedächtnis verankert. Das vorliegende Projekt soll den Grundstein dafür legen, das auch aus internationaler Sicht wissenschaftlich bedeutende und bisher unerforschte alpenländisches Phänomen der Nationalsänger (1.) für nationale Forscher neu zu bewerten und zu weiteren Studien anzuregen und (2.) für internationale Forscher zugänglich zu machen. Dabei stützt es sich methodisch auf das neue Editionskonzept des Historisch-kritischen Liederlexikons und legt Wert auf die internationale Verwertbarkeit der Forschungsergebnisse. Als Ausgangspunkt des Projekts dient die Monographie Die Zillertaler Nationalsänger im 19. Jahrhundert von Martin Reiter (Reiter 1989), die einzige umfangreiche Veröffentlichung zum Nationalsängerphänomen, die durch das Projekt musikwissenschaftlich aufgearbeitet werden soll. Im Anschluss an die Darstellung des Nationalsänger-Phänomens in seiner Gesamtheit, soll am Beispiel der Geschwister Rainer eine konkrete internationale Erfolgsgeschichte von "Nationalsängern" nachvollzogen werden. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei (1.) auf die Repertoireveränderung der Rainers in den USA und (2.) auf die Vorbildwirkung der Rainers auf amerikanische Popularensembles und -stile gelegt werden. Gemeinsam mit einer wissenschaftlichen Publikation wird die Forschung auch durch eine CD-Produktion der Öffentlichkeit nähergebracht. Das vorliegende Projekt will dadurch Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft herstellen und somit auch einen Beitrag zur kulturellen Entwicklung leisten.

Hörbeispiel
der Fiechtl`s Tyrolean Yodlers

Aufnahme aus dem frühen 20. Jahrhundert auf Schellack:
Die Gamserln

 

Publikationen

FWF Projekt Musik und Lied in Gesellschaft und Politik Tirols 1796–1848
Was mit der CD Lieder der „Freiheit“ begann, wurde zu einem ausgewachsenen dreihährigen interdisziplinären Forschungsprojekt, das vom Fonds zur Förderung wissenschaftlicher Forschung (FWF) finanziert wurde und im Juni 2010 offiziell begann. Den Abschluss des Projektes bildet das im Dezember 2013 erschienene Buch Liedgeschichten. Im Rahmen des Projekts Musik und Lied in der Gesellschaft Tirols 1796–1848 wurde einer spezifischen Quelle der Geschichte Tirols Aufmerksamkeit geschenkt, die bisher eher vernachlässigt wurde: den Liedern. Die zahlreichen musikalischen Produktionen unterschiedlicher Funktionalität und Art (Kriegs- und Kampflieder, sozialkritische Lieder, Spott- und Heldenlieder u.v.m.) wurden innerhalb dieses interdisziplinär angelegten wissenschaftlichen Projekts aus der Perspektive der Musikwissenschaft und der Geschichtswissenschaft neu analysiert.

2014
Silvia Erber und Sandra Hupfauf, „,S’zibori ausser g’rissn, die Hostien umher g’schmissn‘. Die Religion als bestimmendes Moment in der politischen Musik Tirols zwischen 1796 und 1809“, in: Musik in neuzeitlichen Konfessionskulturen (16. bis 19. Jahrhundert). Räume – Medien – Funktionen, hg. von Michael Fischer, Norbert Haag und Gabriele Haug-Moritz, Ostfildern: Thorbecke, 2014, S. 225–244.

2013
Silvia Erber und Sandra Hupfauf, Liedgeschichten: Musik und Lied in Tiroler Politik und Gesellschaft 1796–1848, Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, 2013. 2011 Sandra Hupfauf, „,Der Tyroler Landsturm‘ – Ein Nationalsängerlied und seine Reise durch die amerikanische Popularmusik des 19. Jahrhunderts“, in: Volksmusik in den Alpen - Standortbestimmungen. Festschrift für Josef Sulz zum 80. Geburtstag, hg. von Thomas Nußbaumer, Innsbruck: Universitätsverlag Wagner,

2011
Sandra Hupfauf, „,Der Tyroler Landsturm‘ – Ein Nationalsängerlied und seine Reise durch die amerikanische Popularmusik des 19. Jahrhunderts“, in: Volksmusik in den Alpen - Standortbestimmungen. Festschrift für Josef Sulz zum 80. Geburtstag, hg. von Thomas Nußbaumer, Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, 2011, S. 255–277.

2010
Sandra Hupfauf, „Lieder der ‚Freiheit‘: politisch, symbolisch, kommerziell“, in: Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes 59 (2010), S. 243–258. Silvia Maria Erber und Sandra Hupfauf, „Lieder der ,Freiheit‘ – Betrachtungen politischer Lieder der Tiroler Geschichte (1796 bis 1848 aus geschichts- und musikwissenschaftlicher Perspektive“, in: Eliten in Tirol zwischen Ancien Régime und Vormärz, hg. von Marco Bellabarba u.a. (= Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 31), Innsbruck: StudienVerlag, 2010, S. 487–513.